Frozen live in Concert – die Tournee

Bereits zum zweiten Mal hatten wir die Gelegenheit, bei „Disney in Concert: Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ mitzuwirken. Eine Delegation des Chores, bestehend aus 24 jungen Sänger*innen durfte unter dem Dirigenten Gottfried Rabl ganze 5 Konzerte in verschiedenen Städten zum Besten geben. Was wir in diesen insgesamt 8 intensiven Tagen erlebt haben, möchten wir euch natürlich nicht vorenthalten! Ein Bericht von Joy Muth über die Freuden und Herausforderungen einer Konzert-Tournee.

Vorbereitungen zum Schneemann Bauen

Es ist das Eine, sich ein Semester lang auf ein Projekt vorzubereiten, etwas ganz Anderes ist es jedoch, in kürzester Zeit eine Tournee zu organisieren.
Sobald das Gröbste hiervon erledigt war, ging es daran, Musik, Text und Choreographie für unseren Part als Trolle in nur wenigen Wochen so effizient zu erarbeiten, dass wir selbstbewusst auf eine Tournee mit mehreren Konzerten fahren konnten. Dank der großartigen Probenarbeit unseres musikalischen Leiters Helmut Simmer sowie der ausgefeilten Choreographie von Christoph Sommersguter wurden uns die Stücke jedoch schnell vertraut, sodass wir uns schlussendlich vollkommen von der Vorfreude auf die kommenden Konzerte vereinnahmen lassen konnten.

Graz

Das erste Wochenende der Tournee fing für uns bereits am Donnerstag an, obwohl unser Debütkonzert erst für Freitag anberaumt war. Bei der ersten Durchlaufprobe mit dem Orchester galt es nun, unser Können unter Beweis zu stellen und die einstudierten Töne und Abläufe in Einklang mit der Musik zu bringen. Damit beim Konzert auch wirklich alles sitzt, wiederholte Helmut mit uns in der Garderobe Übergänge zu besonders schwierigen Passagen, gab Hinweise, auf welche Instrumente die jeweiligen Stimmen achten konnten und verteilte Stimmgabeln, die uns im Notfall den richtigen Ton „einflüstern“ konnten.

Retter in der Not.

Mit dem Vorsatz, sich die schwierigsten Stellen noch einmal genau anzusehen ging es zurück ins Hotel, wo einige noch einen gemütlichen Abend miteinander verbrachten, andere sich gleich in ihr wohlig-warmes Bettchen kuschelten.

Nach einem ausgiebigen Frühstück am Freitagmorgen ging es zurück in die Stadthalle Graz, um die Generalprobe zu bestreiten. Trotz des straffen Zeitplans kam aber auch der Spaß nicht zu kurz. Ein Kontrabassist, der neben dem Sopran positioniert war, hatte sichtliche Freude daran, sich in unsere Choreographie einzubauen, sodass wir ihn bald in unsere Trollfamilie aufnahmen.

Um 18 Uhr war es endlich soweit und wir betraten die Bühne in der nahezu ausverkauften Halle. Die Erwartungen des Publikums an den Abend wurden durch die Kombination von Effekten und Einlagen der Figuren aus dem Film sichtlich übertroffen. Schneekonfetti machte den Auftritt von Nazide Aylin alias Elsa zum Highlight der ganzen Show und einige Kinder stürmten sofort zur Bühne, um sich eine mitreißende Papierschnipsel-Schneeflockenschlacht zu liefern.

Roman verfolgte den zurückgelegten Weg unserer Busfahrt in und um Graz mit.

Beflügelt von der dargebrachten Leistung konnten wir auch nach dem Konzert im Bus nach Linz nicht aufhören zu singen und schmetterten Hits aus den vergangenen Programmen. Die Busfahrt war so lustig, dass wir beinahe traurig waren, dass sie nur drei Stunden dauern sollte. Das Gleiche dachte sich wohl unser Busfahrer, der – wissentlich oder nicht – sein Navi ignorierte, sodass wir nach dreißig Minuten Fahrt wieder bei der Stadthalle waren. Somit hatten wir also eine halbe Stunde mehr Zeit, Spaß im Bus zu haben. Partybus extended-cut sozusagen.

Nichts desto trotz waren wir froh, als wir gegen Mitternacht endlich das Hotel in Linz erreichten und uns nach dem aufregenden Tag ausruhen konnten.

Linz

Müde aber glücklich waren wir um 9 Uhr bereit zur Abfahrt in die TipsArena Linz, in welcher um 11:30 der Soundcheck begann.  Eine der ersten Entdeckungen die wir machten war die auffällig niedrige Bühne. Wetten und Scherze, wie viele Kinder bei der letzten Nummer zu uns hochklettern würden schwirrten durch die Luft. Dass diese Prophezeiung tatsächlich eintreffen würde stand für uns außer Frage, denn Dirigent Gottfried Rabl forderte das Publikum bei jedem Konzert auf, bei der letzten Nummer „Let it go“ nach vorne zu kommen, um gemeinsam mit Solisten, Orchester und Chor zu singen und zu tanzen.

Wie auch schon in Graz waren die Kinder im Publikum entzückt über den Konfettiregen während und nach der Show, sodass auch hier wild damit gespielt wurde. Sogar die Solist*innen wurden, unfreiwilliger Weise, in das Spiel eingebunden. Im Endeffekt trauten sich dann nur drei Kinder zu uns auf die Bühne, die unsere Lachmuskeln jedoch stark strapazierten und, beinahe zu unserem Bedauern, nach kurzer Zeit freundlich von der Bühne geleitet wurden.

Mit dem Publikum direkt vor der Bühne erfreuen sich Groß und Klein am Konfettiregen und dem gemeinsamen Singen.

Da das Konzert bereits am frühen Nachmittag zu Ende war freuten wir uns darüber, nun auch ein wenig Freizeit zu haben. Wir nutzten den Rest des Tages um durch die Stadt zu schlendern, gemeinsam zu Abend zu essen und gemütlich in der Lobby des Hotels zusammenzusitzen, um die vergangenen Tage revuepassieren zu lassen. Diese gemeinsame Zeit brachte unsere kleine Gruppe noch näher zusammen und nicht wenige von uns gingen wegen des vielen Lachens mit einem gehörigen Muskelkater im Bauch zu Bett.

Salzburg

Am nächsten Morgen stimmte uns der Blick aus dem Fenster perfekt auf das bevorstehende Konzert ein, denn es hatte geschneit. „Willst du einen Schneemann bauen?“ hallte durch alle Gänge, wurde jedoch mit einem trockenen „Um 9 Uhr ist Abfahrt“ beantwortet. Gut, dann nicht…

Da wir inzwischen je zwei Durchlaufproben und Konzerte gesungen hatten und damit die Abläufe kannten ging die Zeit bis zum Konzert um 14 Uhr schnell vorbei. Gestärkt vom guten Essen gaben wir noch einmal unser Bestes und bezauberten das Publikum mit Film, Konfetti und der Freude an der wunderschönen Filmmusik.

Wehmütig, aber glücklich stiegen wir in den Bus, um nach Wien zurück zu fahren. Und obwohl wir es kaum glauben konnten lag nun auch schon mehr als die Hälfte der Tournee hinter uns.

Abenteuer Zürich – Grüezi!

Es ist ganz erstaunlich, wie schnell elf Stunden Busfahrt vorbeigehen können, wenn man sie mit lauter fröhlichen, begeisterten und vorfreudigen Menschen verbringt. Unser neuer Busfahrer hatte sichtlich Spaß mit uns und brachte uns auf direktem Wege über die Grenze, wo fortan alles und jede*r mit einem fröhlichen „Grüezi!“ begrüßt wurde. Ganz ähnlich wie in Graz setzten sich einige nach der Ankunft um 20 Uhr noch im Hotel zusammen, andere genossen einen ruhigen Abend in ihren Zimmern.

Da wir uns erst um 13:30 Uhr in der Halle einfinden mussten konnten wir den Vormittag nutzen, um Zürich zu erkunden. Da einer unserer Kollegen eine Zeit lang hier gewohnt hatte, kamen wir sogar in den Genuss einer geführten Tour, die uns nicht nur durch die Stadt, sondern auch zu einem schönen Aussichtspunkt führte.

Unser Spaziergang durch Zürich zeigte uns viele Facetten dieser schönen Stadt.

Es war jedoch nicht nur das wunderbar ruhige Zürich, das uns in Staunen versetzte. Als wir in die Halle kamen und sahen, wie riesig sie war, blieb uns durchaus kurz die Spucke weg. Ein Konzert in so einer Halle zu geben, so viele Menschen glücklich machen zu dürfen, erfüllte uns mit Dankbarkeit und Freude, die förmlich auf das Publikum überzuschwappen schien. Obwohl bereits die Zuschauer*innen in Graz, Linz und Salzburg begeistert gewesen waren, jubelte das Publikum in Zürich sogar während des Konzerts bei besonders schönen Passagen auf und spendete uns so viel Beifall wie wir ihn bisher noch nie bekommen hatten. Die Schweizer*innen hatten definitiv unsere Herzen gewonnen.

In so einer großen Halle singen zu dürfen erscheint im ersten Moment wirklich surreal.

Abschluss in Wien

Trotz all der wunderschönen Momente, die eine Konzerttournee mit sich bringt, konnte keine*r von uns bestreiten, dass es nicht auch anstrengende Arbeit gewesen war. Daher kamen schlussendlich alle mit einem lachenden und einem weinenden Auge in die Wiener Stadthalle, in der unser letztes Konzert stattfinden sollte. Ein letztes Mal geleiteten wir das Publikum in die wunderschöne Welt der Eiskönigin, dann, mit dem treffenden Lied „Let it go“, verabschiedeten wir uns von der Bühne und einer großartigen Tournee, die uns wunderschöne Erinnerungen brachte und bewirkte, dass die Bande unserer kleinen Gruppe viel stärker wurden, als sie zu Beginn gewesen waren.

 

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