“Wie wird Witness?” Die Lebensphasen eines Chorprojekts

Die heiße Probenphase hat begonnen. Heiße Probenphase? Das klingt brenzlig. Ist es das tatsächlich? Wie läuft die Probenzeit ab, was geschieht außerhalb der Konzerte? Und wie wird “Witness” zu dem, was im Jänner von den Neuen Wiener Stimmen auf die Bühne gebracht wird? Wir erklären, welche Phasen man als Sänger*in im Zuge eines Projekts durchlebt.

Phase 1: Vorfreude vs. Ungewissheit

Entgegen den Erwartungen startet ein Semesterprojekt nicht mit der ersten Probe. Mal abgesehen von der organisatorischen Vorarbeit bekommen auch Sänger*innen häppchenweise Infos über kommende Projekte zugeworfen. Ungewiss wird gemunkelt: “Wie wird das alles werden?” In Phase eins steigen Spannung und Vorfreude auf das Projekt und das Wiedersehen aller Stimmen bei der ersten Probe.

Phase 2: Reinschnuppern

Die Spannung auf die neuesten Noten ist groß.

Mit der ersten Probe wird die Phase des Reinschnupperns eröffnet. Noten werden ausgeteilt, gespannt wird darin geblättert. Die Vorfreude verliert das “Vor” und wird zur Freude. Was bleibt, ist die Ungewissheit: In Phase zwei beantworten sich noch nicht alle Fragen über Musik und Inhalt des Projekts. Oft bleibt hinter Aufbau, Aussage und Gesamtkonzept ein mehr oder weniger großes Fragezeichen. Was sich in dieser Phase allerdings herauskristallisiert sind erste Lieblinge: Wenn verkündet wird, welches Stück als nächstes geprobt wird, drückt man schon insgeheim die Daumen für den persönlichen Liebling.

Phase 3: Die heiße Phase

Manfred Länger erzählt am Probenwochenende über das Konzept von “Witness”.

Eingeleitet wird diese Phase oft vom allseits beliebten Probenwochende. Dieses bietet 2,5 Tage pures Neue Wiener Stimmen Feeling – und außerdem einen riesen Fortschritt im Probenprozess. Zusätzlich erfahren wir mehr über die Hintergründe eines Projekts. Diesmal durch Manfred Länger, dem Urheber, Regisseur und Moderator von “Witness”. Mit dem Einblick in das Konzept berührte er alle Sänger*innen des Chores. Stante pede beschlossen viele, auf der Bühne im Jänner unbedingt Taschentücher dabei haben zu müssen. Nach dem Probenwochenende ist man nicht nur schlauer, sondern auch ganzheitlich überzeugter. Alle Stücke werden langsam zu Lieblingsliedern. Die heiße Phase ist also weit weniger brenzlig, als sie sich anhört. Ganz im Gegenteil: Schön langsam sitzt alles.

Phase 4: Der Showdown

Der große Augenblick! Manchmal für Solisten ein besonders großer Augenblick.

Nun ist es so weit. Das bunte T-Shirt wird übergestreift, die schwarze Hose sitzt. Ebenso sitzen nun die Töne, denn die Stunde der Wahrheit ist gekommen: Die Neuen Wiener Stimmen treten auf die Bühne. Bei “Witness” auf die des Kulturzentrums Eisenstadt (18. Jänner) und die des MuTh, Konzerthaus der Wiener Sängerknaben (22. Jänner). Von vielen Höhepunkten innerhalb eines Semesters ist das Konzert der höchste: Das Adrenalin und die Endorphine sprühen, alle Arbeit hat sich gelohnt.

Phase 5: Wiedersehen macht Freude

Nach dem Konzert wird ein Semesterprojekt in den Umzugskarton geschlossen und wandert in den Keller? Weit gefehlt! Denn als Mitglied der Neuen Wiener Stimmen findet man immer wieder einen Grund, das Gelernte der vergangenen Projekte wieder hochleben zu lassen. Lieblingsanlass dafür: Gemeinschaftliche Heimfahrten im Bus nach einer erfolgreich absolvierten Konzerttour außerhalb von Wien.

Und in welcher Phase befinden wir uns mit “Witness”? Tja, das Probenwochenende ist vorüber, das Konzert ist nahe gerückt. Phase drei scheint voll und ganz eingetroffen zu sein. “Witness” wird also schön langsam. Doch wie wird “Witness”? Es wird musikalisch und literarisch, informativ und berührend, fesselnd und bewegend. Kurz gesagt: Wir freuen uns darauf!

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