The Armed Man. A Mass for Peace

Am Sonntag, 15.1., ging unser aktuelles Semesterprojekt mit einem fulminanten Konzert zu Ende: „The Armed Man. A Mass for Peace“ von Karl Jenkins. Das Anti-Kriegsstück erzählt von der anfänglichen Euphorie und der darauffolgenden schrecklichen Realität des Krieges. Im versöhnlichen Ende hofft es allerdings auf immerwährenden Frieden.

von Victoria Grinzinger

The More The Merrier 

Auch wenn die Mitgliederzahl der Neuen Wiener Stimmen allein schon beeindruckend hoch ist, konnten wir die imposante Friedensmesse nicht ohne Projektpartner auf die Bühne bringen. Somit hatten wir die Freude, mit dem Oberösterreichischen Landesjugendchor, ihrem Leiter Alexander Koller, dem Sinfonieorchester der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien und dem Dirigenten Andreas Stoehr zusammenzuarbeiten. Das erste Aufeinandertreffen fand dabei eine Woche vor den beiden Konzerten im Zuge eines Probenwochenendes in Wien statt. Besonders die Mitglieder der beiden Chöre knüpften dabei schnell Kontakt und verbrachten gemeinsam zwei gemütliche Abende. Durch das gemeinschaftliche Projekt konnten die Neuen Wiener Stimmen ihr Wissen und Können erweitern, durften vor allem aber auch neue Bekanntschaften schließen. Dafür möchten wir uns bei allen Beteiligten sowie den beiden Veranstaltern Jeunesse und Musica Sacra herzlich bedanken!

Orchesterprobe mit Andreas Stoehr, dem MUK Orchester, den NWS und dem OÖ-Landesjugendchor

Friedensmesse trifft Friedenskirche

Das erste Konzert von „The Armed Man“ in der Friedenskirche Linz ließ alle (zumindest physisch) noch näher zusammenrücken. 130 Sängerinnen und Sänger hinter einem Sinfonieorchester im Altarraum einer Kirche zu platzieren, erwies sich zwar als knifflig, aber nicht unmöglich. Durch die kuschelige Aufstellung waren auch die niedrigen Temperaturen bald vergessen. Sowohl unser an diesem Tag zusätzlich aufgeführtes 8-stimmiges Chorstück „Her Sacred Spirit Soars“ von Eric Whitacre, als auch Jenkins Friedensmesse erzeugten in der schönen Kirche magische Klänge. Location und Musik bescherten uns auf diesem Wege ein berührendes erstes Konzert, das uns alle die bewegende Atmosphäre von „The Armed Man“ in voller Kraft spüren ließ. Mit einem Glas Sekt im Bauch (Frei nach dem Motto „Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen“ hatten war uns dieses redlich verdient) und schönen Erinnerungen im Kopf traten wir die Heimreise im Bus an.

Stellprobe in der Friedenskirche in Linz

Großer Auftritt im Großen Saal

Schließlich war der Tag gekommen: Die Bühne des Großen Saals im Konzerthaus Wien kannten die meisten der Neuen Wiener Stimmen zwar schon von der glamourösen Gala „Hollywood in Vienna“ oder den John Williams Konzerten – dass wir einen der schönsten und größten Konzertsäle Wiens nun aber mit unserem eigenen Projekt füllen konnten, war eine Premiere. Dementsprechend groß war die Freude und Motivation für die finale Darbietung der Friedensmesse im Rahmen eines Jeunesse-Konzerts. Am Ende wurde allen Musikern und Musikerinnen, unseren fleißigen und liebenswerten Chorleitern Alexander und Christoph und dem leidenschaftlichen Dirigenten Andreas Stoehr wie am Vortag tosender Applaus, Standing Ovations und größtenteils maßlos begeistertes Feedback zuteil.

The Sound of War

Wenn man etwas thematisiert, das nicht schön ist, so muss die Musik nicht immer schön im klassischen Sinne sein. „The Armed Man“ thematisiert nicht nur etwas Unschönes, sondern etwas Grauenvolles und unvorstellbar Schreckliches: Den Krieg. Jenkins Friedensmesse empfindet dieses Thema in seinen verschiedenen Facetten nach: Zu Beginn ziehen Orchester und Chor musikalisch gemeinsam in die Schlacht und steigern sich schließlich so lange in einen Kriegsrausch hinein, bis schlussendlich die imaginäre Bombe platzt, und der Chor in panische Schreie ausbricht. Darauf folgt die Ruhe nach der Schlacht. Was bleibt sind Einsicht und Hoffnung. „The Armed Man“ lebt unter anderem von genau diesen Kontrasten, die meisterhaft vermitteln, welcher der beschriebenen Zustände der Angenehmere ist: Der besinnliche Frieden, nicht der lärmende, unberechenbare Krieg.

Ring in the Thousand Years of Peace

Mit „The Armed Man. A Mass For Peace“ konnten die Neuen Wiener Stimmen eine bisher unbekannte Farbe ihrer Repertoire-Palette zeigen und gleichzeitig ein Zeichen für Hoffnung auf Frieden und die Akzeptanz aller Religionen, Kulturen und Traditionen setzen. Da bleibt uns nur, noch einmal zu betonen: „Better Is Peace, than always War.

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